Jetzt für
STADTMAGAZIN AKTUELL
anmelden

Die aktuellen Nachrichten aus Ihrer Stadt oder der Region täglich mogens online und kostenlos auf Ihren Computer, iPad oder Smartphone.

E-Mail-Adresse

Teilen Sie das Stadtmagazin auf Facebook.
Suchen Sie nach
Berichten, Bildern und Videoberichten


Kaltenkirchen | Beratungszentrum

„Die Seele von der Last des Schweigens befreien“

Kaltenkirchen (em) „Endlich darüber reden – die Seele von der Last des Schweigens befreien“, nennt Heilpraktikerin Angelika Grabow ihren Vortrag im Rahmen der „Kaltenkirchener Perspektiven“ am Donnerstag, 29. Juni um 19 Uhr im Haus der Sozialen Beratung.

Ordnung, Fleiß, kein Widerspruch, Gehorsamkeit und Unterordung sind Verhaltensweisen, die Sicherheit und Wohlstand garantieren sollen. Auf der anderen Seite Gefühle wie Einsamkeit und Unverständnis, nirgendwo richtig zu sein und Erfahrungen von Gewalt und Demütigung – Erziehungsprämissen und Erlebnisse, die ganze Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt haben.

„Ich dachte immer, das wäre normal“, so oder ähnlich beginnen Kinder von Kriegskindern oft, wenn sie aus ihrer Kindheit erzählen. Die Last der Kriegsgeschehnisse hat seelische und körperliche Auswirkungen auf die Kinder der damaligen Zeit, die Kriegsenkel und weitere Generationen hinterlassen. Wie ein Schatten auf der Seele wirkt sich das unausgesprochene Tabu aus, über die Familiengeschichte zu sprechen.

„Als Kinder müssen wir nicht gutheißen, wie unsere Eltern mit uns umgegangen sind. Aber wir wollen erkennen und verstehen, wie Traumatisierungen durch Kriegserlebnisse, NS-Pädagogik, Flucht und Vertreibung, Verdrängung und Verschweigen entstehen und wie diese mit unserer Kindheit und unserem Lebensweg zusammenhängen“, erklärt die Heilpraktikerin aus Bargteheide. Frau Grabow kommt auf Einladung der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KIS) nach Kaltenkirchen.

„Kommt das Gespräch in Selbsthilfegruppen auf die Kindheit, verstehen Erwachsene oft nicht, warum ihre Eltern früher so wenig Verständnis für sie hatten. Nicht selten ist das Verhältnis getrübt oder werden Schuldzuweisungen ausgesprochen. Einmal auf die Erfahrungen der Großeltern und Eltern zu schauen, zeigt, wie sehr sie von der Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt waren“, ergänzt Sabine Ivert-Klinke von der KIS. Es lohne sich, mit der Vergangenheit früherer Generationen auseinander zu setzen, um sich selbst besser zu verstehen.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“, meint Frau Grabow. Der Vortrag ist verbunden mit dem Angebot, einen Gesprächskreis zum Thema Kriegsenkel zu gründen. Nähere Informationen gibt es bei der KIS unter der Telefonnummer 0 45 51 / 30 05. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Donnerstag | 29. Juni | 19 Uhr
Beratungszentrum Kaltenkirchen - Flottkamp 13b - 1. Stock - Raum 1.30