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Kaltenkirchen | Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Kaltenkirchener Heide erhält Informationstafeln

Kaltenkirchen (em) Im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) „Kaltenkirchener Heide“ ist ein Besucherinformationssystem installiert worden.

Hierzu hat das Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) das Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider aus Nortorf beauftragt. Dies hat umfangreich recherchiert und 14 Tafeln auf Gestellen aus zertifiziertem Lärchenholz in die Landschaft eingebracht.

Bei der Vorstellung fand Hanno Krause, Bürgermeister der Stadt Kaltenkirchen, anerkennende Worte für das Engagement aller Beteiligten: „Die Kaltenkirchener Heide und ihre naturschutz-fachlichen Werte sind auf den 14 Informationstafeln sehr umfassend, sehr anschaulich und sehr ansprechend dargestellt worden. Die Tafeln bieten den Besuchern jetzt die Möglichkeit, sich zu informieren als auch sich im Gebiet durch ausgedehnte Spaziergänge zu erholen. Mit den Informationstafeln werden aber auch Verbote wie das Motocross fahren oder die Aufforderung, die angelegten Wege nicht zu verlassen und Hunde anzuleinen, besser nachvollziehbar. Das finde ich gut! Wir wollen in der Kaltenkirchener Heide auch einen Geschichtslehrpfad aufbauen, der zur Zeit konzeptionell durch den Trägerverein KZ-Gedenkstätte in Springhirsch e.V. erstellt wird, um auch über die unrühmliche Nutzung dieses Areals in der jüngeren Geschichte zu informieren. Für das hierfür entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusam-menarbeit möchte ich mich auch hier bereits bedanken, insbesondere bei unserer unmittelbaren Ansprechpartnerin, der Revierleiterin Beatrix Schwarz.“

Dankend übernimmt heute, nach mehrjähriger Wartezeit, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Flächeneigentümerin vom LLUR 8 kleine Objekttafeln, die auf besondere Kleinode des europäischen Schutzgebietes hinweisen, zwei große Informationstafeln mit allgemeinen Informationen zum Gebiet sowie zwei Informationskarten, die an neuralgischen Punkten besondere Lenkungsfunktionen übernehmen sollen.

Als Geländebetreuer sieht Magnus Giercke, Betriebsbereichsleiter des Bundesforstbetriebs Trave „… in diesen Tafeln einen wichtigen Schritt naturliebenden Gästen dieses reizvolle Gebiet näher zu bringen, das neben der FFH-Gebietsausweisung auch die Besonderheit aufweist, eine Fläche des Nationalen Naturerbes zu sein.“

Das Nationale Naturerbe ist eine beispielhafte Initiative des Bundes, wertvolle Naturflächen im Bundeseigentum nicht zu privatisieren, sondern für nachfolgende Generationen dauerhaft zu sichern, naturschutzfachlich zu entwickeln und auch erlebbar zu machen. „Ziel ist daher eine naturverträgliche Gestaltung der Angebote für die Erholungssuchenden in der Kaltenkirchener Heide,“ führt er weiter aus.

Landesweit sind durch Überdüngung und Stickstoffeinträge aus der Luft Magerlebensräume, wie sie von Natur aus auf der Geest weit verbreitet wären, selten geworden. Ehemalige Bundeswehrstandorte wie die Kaltenkirchener Heide sind jahrzehntelang nicht gedüngt und nicht landwirtschaftlich genutzt gewesen, so dass sie häufig ein Refugium für auf diese trocken-warmen Magerstandorte spezialisierten Pflanzen und Tiere sind.

Vor allem für die am Boden brütende Heidelerche sind die baumarmen Flächen der Kaltenkirchener Heide mit Anteilen von Magerrasen, Dünen und Heide von großer Bedeutung. Die Lerche kann allerdings nur dann ihre Brut erfolgreich großziehen, wenn die zunehmende Anzahl an Spaziergängern mit ihren Hunden diese konsequent an die Leine nehmen. Jedes Umherstreifen der Vierbeiner führt zu einer Störung bis hin zur Aufgabe der Brut - nicht nur der Heidelerche, auch andere Vogelarten und Wildtierarten werden gestört.

Abschließend ruft Beatrix Schwarz, die örtliche Bundesforst- Revierleitung, für das Gebiet dazu auf: „Lasst uns gemeinschaftlich durch Umsicht diese Einzigartigkeit des Schutzgebietes auch für die Zukunft erhalten.“

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