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Kaltenkirchen | KZ-Gedenkstätte Springhirsch

Wassili Sidelnikov auf der Suche nach seinem Onkel

Kaltenkirchen (em) Der Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen erhielt Besuch aus Russland. Begleitet von seinen in der Bundesrepublik lebenden Freunden Alexander Knaub und Juri Braun besuchte Wassili Sidelnikov die Gedenkstätte.

Hans-Jürgen Kütbach und Dr. Gerhard Braas, Vorsitzende des Trägervereins, sowie Marc Czichy, Leiter der Gedenkstätte, begrüßten den Gast aus Moskau. Hintergrund des Besuchs von Wassili Sidelnikov: Anfang Juli 1941 geriet der 20-jährige Rotarmist Alexander Sidelnikov in Minsk in deutsche Kriegsgefangenschaft. Unterstützt von seinem Freund Alexander Knaub hat Alexanders Neffe Wassili den Weg des Onkels nach seiner Gefangennahme nachzeichnen können.

Über das Kriegsgefangenenlager Wietzendorf und ein weiteres Arbeitskommando für sowjetische Kriegsgefangene kam Alexander Sidelnikov am 12. Juni 1942 ins Lager Heidkaten in der Gemeinde Kaltenkirchen. In diesem Zweiglager des Stammlagers XA Schleswig, das die Wehrmacht für erkrankte sowjetische Kriegsgefangene eingerichtet hatte, kamen sehr viele davon ums Leben. Von ihnen sind 446 Namen bekannt. Unter ihnen auch Alexander Sidelnikov, der bereits etwa vier Monate nach seiner Ankunft im Lager Heidkaten am 3. Oktober 1942 starb.

Wie mehrere hundert andere sowjetische Kriegsgefangene wurde Alexander Sidelnikov in Moorkaten in einem Massengrab verscharrt. In Begleitung von Dr. Gerhard Braas und Marc Czichy besichtigten Wassili Sidelnikov und seine Freunde die wenigen noch vorhandenen Überreste des Lagers Heidkaten in der „Kaltenkirchener Heide“ und besuchten auch die Gräber- und Gedenkstätte Moorkaten.

„Zu wissen, wo mein Onkel begraben liegt und von ihm Abschied nehmen zu können, ist sehr wichtig für mich“, so Wassili Sidelnikov. Dr. Gerhard Braas zeigte sich vom Besuch Sidelnikovs in Kaltenkirchen sehr beeindruckt: „Damit sehen wir, wie wichtig der Erhalt von Gedenk- und Erinnerungsorten in der Region ist.“

Foto: Vor der Gedenkstätte (v.l.n.r.): Dr. Gerhard Braas, Marc Czichy, Wassili Sidelnikov und Thomas Saretzki, Gedenkstättenbetreuer der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen. ©Alexander Knaub

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