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Kaltenkirchen | Aktuell

Kaltenkirchener Astrophysiker fotografiert Kometen

Kaltenkirchen (em) Es kommt nicht so oft vor, dass ein wirklich heller Komet am Himmel steht. Mit bloßem Auge kann jetzt der Komet mit der Bezeichnung C/2020 F3 in Richtung Norden beobachtet werden. In der Nacht vom 10. auf 11. Juli gelang dem Kaltenkirchener Astrophysiker und Fachbuchautor Dr. Erik Wischnewski, den Kometen nicht nur mit einem Fernglas zu beobachten, sondern auch zu fotografieren.

Bei 200 mm Brennweite passte der Schweif des Kometen gerade noch im Hochformat aufs Bild. Der mit Fernglas sichtbare Teil des Schweifs ist etwa 2 Grad lang, das sind vier Vollmonddurchmesser. Auf dem Foto ist der Schweif sogar doppelt so lang zu erkennen. Die Aufnahme wurde mit ISO 3200 und 3 Sekunden Belichtungszeit bei voller Blende (2.8) aufgenommen, natürlich auf Stativ.

Unten im Bild sind nachtleuchtende Wolken zu erkennen. Es handelt sich bei ihnen um Anhäufungen von Eiskristallen, die sich in 82 km Höhe (Mesopause), wo die Atmosphäre die niedrigsten Temperaturen besitzt, bilden. Weil Luftdruck und Luftfeuchtigkeit in dieser Höhe sehr niedrig sind, reichen die dort normalerweise herrschenden Temperaturen von ca. −86 °C zur Bildung von Eiskristallen auch noch nicht aus. Nur in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte August sinkt die Temperatur bis −130 °C, die zum Auskondensieren erforderlich sind.

Die aufgenommenen Wolken waren in Südnorwegen nördlich von Oslo im Zenit. Wer dort lebt, sieht sie aber nicht, weil sie sehr dünn sind. Nur unter dem flachen Blickwinkel, den wir Schleswig-Holsteiner auf sie haben, werden sie für uns sichtbar.

Noch ein Wort zum Kometen: Er passierte die Sonne am 3. Juli und wird am 23. dieses Monats der Erde auf 100 Millionen Kilometer nahe kommen.

Der Komet, der am 3. Juli die Sonne passierte, kann noch im Juli beobachtet werden. Seine Helligkeit nimmt ab, sodass man bald ein Fernglas (z.B. 8x30 oder 7x50) benötigt. Er gewinnt etwas an Höhe und wandert langsam nach links in Richtung Westen. Am besten beginnt man mit der Suche, sobald es gegen etwa 23 Uhr dunkel genug geworden ist. Optimal ist er zwischen 0.30 und 2 Uhr zu sehen.

Foto: ©Dr. Erik Wischnewski

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