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Kaltenkirchen | Stadt Kaltenkirchen

Gutachteraussage zu Fledermäusen auf geplantem MSC-Gelände

Kaltenkirchen (em) Der Bau- und Umweltausschuss sollte sich am 19.04.2021 mit der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen zum Vorentwurf der 17. Änderung des Flächennutzungsplans befassen. Aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle im begleitenden Planungsbüro wird dieser Verfahrensschritt nunmehr frühestens im Mai erfolgen können.

Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Gebiet nur zu Trainingszwecken (bis zu 20 Motorräder für max. 4 Stunden pro Tag an 2 Tagen in der Woche, außer an Sonn- und Feiertagen) dem Kaltenkirchener Verein MSC zur Verfügung gestellt werden soll. Weiterhin soll dort Fahrradsport ermöglicht werden.

Es sind für das öffentliche Verfahren Gutachten eingeholt worden, welche die Auswirkungen der geplanten Nutzung für die umliegenden Gebiete und die vorhandenen Tierarten untersuchen.

Aufgrund unterschiedlicher Aussagen zum Vorkommen von Fledermäusen im Plangebiet wurde seitens der Stadt um eine Erklärung des Gutachters gebeten, welche wie folgt vom Gutachter abgegeben wurde:

„Anmerkungen und artenschutzrechtliche Einstufung zur Fledermausfauna im Bereich der 17. Änderung FNP Kaltenkirchen vom Landschaftsplanung JACOB|FICHTNER, Norderstedt, 16.03.2021

Die Fledermausfauna wurde im Sommer 2018 vom Büro faunistica , Bad Segeberg, untersucht.

Im Gebiet wurden 8 Fledermausarten kartiert. Alle in Deutschland vorkommenden Arten sind streng geschützt im Sinne des §44 BNatSchG, es kommen also streng geschützte Tierarten im Untersuchungsgebiet vor. Hingegen sind im Untersuchungsgebiet keine Quartiere/ potenziellen Quartiere dieser streng geschützten Arten vorhanden:

Es wurden keine Habitatbäume gefunden, die als Winter- oder Wochenstubenquartiere geeignet wären. (Ausnahme ist ein freihängender, jedoch unbesetzter Fledermauskasten). Gebäude, Erdstollen o. dergl. sind ebenfalls nicht vorhanden. Ein Verlust wichtiger Quartierstrukturen ist folglich durch die Einrichtung der Motocrossstrecke nicht zu befürchten.
Es wurden Jagdaktivitäten in erster Linie am Regenrückhaltebecken festgestellt. Weitere Aktivitäten wurden entlang des südlich an das Regenrückhaltebecken angrenzenden Waldes sowie am nach Nordosten verlaufenden Waldrand in der Mitte des Untersuchungsgebietes festgestellt. Neben der Jagd an diesen Strukturen können die Ränder auch als Leitstrukturen zum Ortswechsel (in diesem Fall bspw. vom entfernter gelegenen Quartier zum Regenrückhaltebecken) dienen.

Aus der Planung der Motocrossstrecke ergeben sich keine die Jagdaktivitäten einschränkenden Aspekte, die eine Gefährdung der Fledermauspopulationen auslösen:
Ein nächtliches Fahren ist nicht vorgesehen, Kollisionen sind folglich nicht zu erwarten.
Das Kleingewässer, seine angrenzenden Flächen und der südliche Waldrand sind nicht Gegenstand der Planungen. Eine Beeinträchtigung der Jagdaktivitäten durch flächige Beleuchtung, insbesondere des Gewässers, ist nicht ableitbar.
Die Randstruktur des Waldes im zentralen UG bleibt mit Ausnahme zweier Durchfahrtschneisen erhalten. Eine Beeinträchtigung der Jagdaktivitäten ist nicht zu erwarten, durch die Öffnung der Schneise entstehen weitere Ränder mit Kontakt zur freien Landschaft.
Dem Verlust blütenreicherer und damit insektenreicherer Flächen durch die Anlage der vegetationslosen Fahrbahn ist durch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Anlage von Blühstreifen, Ruderalflächen, Knicks) im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung ohnehin entgegenzuwirken.

Für die Jaghabitate von Fledermäusen hat der Flächenverlust angesichts der großen Distanzen, die Fledermäuse auf ihren Nahrungsflügen zurücklegen keine Relevanz.
Die Maßnahmen der Minimierung (Betriebszeiten, Beleuchtungsverzicht, Anlage von Ausgleichsflächen) werden im Rahmen der Vorhabenplanung konkretisiert.

Kurzbewertung der vorliegenden Vorhabenplanung:
§ 44 (1) 1.: „Tötungsverbot“: Aufgrund der ausschließlichen Tagesnutzung der Anlage außerhalb der Aktivitätszeiten der Fledermäuse ist ein durch Kollision bedingtes Tötungsrisiko nicht gegeben, Tötungen von Tieren in Tagesverstecken werden durch die Einhaltung von Bauzeitenregelungen vermieden.

§ 44 (1) 2.: „Störungsverbot“:
Fortpflanzungs- und Aufzuchtstätten sowie Überwinterungsquartiere sind nicht vorhanden, folglich ist hieraus keine Verletzung des Störungsverbotes durch Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population zu erwarten. Einschränkungen in der Zugänglichkeit der Jagdreviere durch Störung der Anflugrouten sind nicht zu erwarten, da die Unterbrechungen linearer Elemente gering sind, eine Beleuchtung nicht erfolgt und zusätzliche Randeffekte entstehen.

§ 44 (1) 3.: Verbot der Beschädigung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten: Fortpflanzungsstätten sind nicht vorhanden, etwaige Tagesverstecke in den einzelnen zu entnehmenden Gehölzen werden auf Grund des vielfach größeren bestehenden und gesicherten Angebots (§ 44 (5) 3. – ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang erfüllt) keine Auswirkungen haben. Die Zugriffsverbote des § 44 BNatschG werden nicht verletzt.“

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